Künstlicher Darmausgang: Besserer Transport

Veröffentlicht am 10.01.23

© Mircea Moira/shutterstock

Bei sehr unreifen Frühgeborenen muss im Falle einer Infektion häufig ein künstlicher Darmausgang gelegt werden. Um den kindlichen Darm zu entlasten, wird der verdaute Speisebrei, der sogenannte Chymus, mithilfe eines zweiten künstlichen Darmausgangs wieder zurückgeführt. Die Überführung gelingt zurzeit nur manuell und ist sehr aufwendig. Deshalb entwickeln Ärztinnen* nun in Zusammenarbeit mit Umwelttechnikerinnen* und anderen Professionen ein Transportsystem, das beide Darmbereiche außerhalb des kindlichen Körpers verbindet und so die Übertragung kontinuierlich sichert. Geplant ist eine Art Pumpe in der Größe einer Streichholzschachtel. Das Vorhaben wird in Jena realisiert und für zwei Jahre gefördert. Dann soll ein Prototyp vorliegen. Man verspricht sich von dieser Entwicklung zum einen eine bessere Arbeitserleichterung, zum anderen aber eine bessere Versorgung der Frühchen. Denn mithilfe dieses Transportsystem lassen sich per Ultraschall Daten über die Zusammensetzung des Chymus sammeln. So kann die Nährstoffverwertung der Kleinen ausgewertet und bei Komplikationen zielgenaue Therapien entwickelt werden.

Quelle: Frühgeborenen bessere Chancen im Leben geben (uniklinikum-jena.de)