Neues Bildgebungsverfahren entwickelt

Veröffentlicht am 12.09.22

© Shutterstock

Die Plazenta vollbringt Leistungen, die einer Superheldin würdig sind. Sie hat zwar eine geringe Lebensspanne, ist aber umso wichtiger, wenn es um die optimale Versorgung des Ungeborenen geht. Da ohne den „Mutterkuchen“ nichts geht in Sachen Reife des Fötus, können bedenkliche Entwicklungen im Verlauf der Schwangerschaft zu ernsten Gefahren werden. Placenta praevia, Präeklampsie und Wachstumsstörungen sind nur einige Komplikationen im Zusammenhang mit der Plazenta. Ein frühzeitiges Erkennen und Gegensteuern ist somit für alle Beteiligten wünschenswert. Die Mittel, die Plazenta zu untersuchen, sind allerdings begrenzt. Oftmals ist es der Ultraschall bei der Gynäkologin, der allerdings weniger über die Plazenta als vielmehr über das Kind verrät (Wachstum, Durchblutung). Um die Gesundheit der Plazenta besser beurteilen zu können, hat ein Team der Oregon Health & Science University nun ein neues Bildgebungsverfahren entwickelt, welches das MRT nutzt.

Ein spezielles MRT-Protokoll erkennt Signale im Blut, welche über die Sauerstoffverfügbarkeit und den Blutfluss der Plazenta Auskunft geben. In einer Untersuchung wurde zunächst ein Ausgangswert des sogenannten T2*-Messwertes ermittelt für unkomplizierte Schwangerschaften. Eine Abweichung vom Ausgangswert ist dementsprechend ein Hinweis auf Probleme in der Sauerstoffversorgung. Die Forscherinnen* erhoffen sich so eine frühere Erkennung von Komplikationen und führen als Vorteil der Methode die leichte Übertragbarkeit auf alle modernen MRT-Scanner an.

Sie möchten mehr zum Thema Plazenta erfahren? Dann freuen Sie sich auf die Novemberausgabe des Hebammenforums, die dem Wunderorgan auf Zeit einen ganzen Schwerpunkt widmen wird.