Verfassungsbeschwerde eingelegt

Veröffentlicht am 05.01.23

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500 Gramm und 1 Woche können entscheidend sein, wenn es um die Frage des Mutterschutzes nach einer kleinen Geburt geht. Verliert eine Frau ab der 24. Schwangerschaftswoche ihr Kind und wiegt dieses über 500 Gramm, spricht in Deutschland rechtlich von einer Totgeburt. Sind diese Voraussetzungen gegeben, haben Betroffene ein Anrecht auf Mutterschutz von 18 Wochen. Erleidet eine Schwangere dagegen vor der 24. SSW eine Fehlgeburt, greift das Mutterschutzgesetz nicht. Theoretisch muss sie am gleichen Tag  wieder arbeiten gehen. Es sei denn, sie findet eine Ärztin*, die sie krankschreibt. Ein Missstand in der Gesetzgebung, der die physischen und psychischen Belastungen der Betroffenen völlig außer Acht lässt, finden immer mehr Menschen. Nun hat sich eine Gruppe von vier Frauen zusammengeschlossen und Verfassungsbeschwerde eingereicht beim Bundesverfassungsgericht. Die Initiatorin startete außerdem eine Petition für einen gestaffelten Mutterschutz, über 70.000 Unterschriften kamen zusammen. Die Ampel-Regierung hat in ihrem Koalitionsvertrag das Thema aufgegriffen, laut dem der Anspruch auch Mutterschutz künftig ab 20. Schwangerschaftswoche gelten soll.