Mehr Muttermilch für Frühgeborene

Veröffentlicht am 25.08.22

An der Universität Köln setzt man sich ehrgeizige Ziele. Das Projekt Neo-Milk, an dem Forscherinnen* für 4 Jahre arbeiten, möchte die Stillförderung auf neonatologischen Intensivstationen verbessern und mehr Humanmilchbanken aufbauen, damit mehr Frühgeborene mit einem Geburtsgewicht von unter 1.500 Gramm künftig Zugang zu Muttermilch haben. Ausgangspunkt ist eine einfache Rechnung: Es gibt rund 30 Humanmilchbanken in Deutschland, aber 200 Perinatalzentren. Wenn also Mütter unter dem Druck und der unbehaglichen Situation eines langen Krankenhausaufenthaltes aufgrund einer Frühgeburt nicht stillen können, bleibt oftmals nur der Weg über Ersatznahrung. Zudem gibt es juristische Hürden: Ob Muttermilch als Arzneimittel, Lebensmittel oder gar Organspende einzuordnen ist, ist in Deutschland nicht geklärt. Das führt zu unterschiedlichen Vorgehensweisen in den Bundesländern, was die Aufbewahrung von gespendeter Muttermilch betrifft.

Eine einheitliche Regelung zu schaffen, ist ein weiteres Ziel der Forschungsgruppe. Darüber hinaus möchte man eine strukturierte Stillförderung etablieren. Um dies zu erreichen, sind die Herausgabe eines Handbuchs zum Thema Stillen speziell auf Neonatologien, die Konzipierung von Fortbildungen für das Fachpersonal sowie die Entwicklung einer App für Eltern, um Hilfestellung bei Stillproblemen zu geben, geplant. Das Projekt läuft noch bis 2024, am Ende sollen 15 neue Humanmilchbanken entstanden sein.

Weitere Informationen finden Sie unter: neo-milk.uni-koeln.de. Mehr zum Thema Humanmilchbanken finden Sie im Hebammenforum 5/21.